Kulturzentrum Hotel „Stadt Kiel“

„Stadt Kiel“ als ein Haus für alle

Es liegt da wie im Dornröschenschlaf und wartet darauf, dass jemand es aufweckt. Das historische Gasthaus ist eines der ältesten Gebäude am Marktplatz, umgeben von anderen historischen Bauten, wie der Kirche, dem Schönberger Hof mit Kino, dem „Fitzkehaus“ mit seinem historischen Fachwerk und neben der Kirche einem der ältesten Häuser, das als Altenteilhaus des Gasthofes „Stadt Kiel“ genutzt worden war und liebevoll von den heutigen Besitzern erhalten wird.  Dieser Marktplatz ist  das eigentliche alte Ortszentrum,  in  dessen Umgebung das Probsteimuseum und das Kindheitsmuseum als kulturelle Einrichtungen dazugehören. Wer möchte  sich vorstellen, diesen Platz dadurch zu zerstören, dass „Stadt Kie“ weiter verfallen und zum  Abriss  freigegeben würde?

Viele Schönberger,  Probsteier und ihre Gäste verbinden mit der Blütezeit des „Stadt Kiel“ unter der Bewirtschaftung von Heino Jansen, der das Haus ausbaute, eigene Erinnerungen – an Feste, Bälle, Rockkonzerte, Tanzstunden, Feiern und Events bis auf den Marktplatz hinaus.

Der große Saal aus dem Jahr 1897 liegt immer noch prächtig da und es verschlägt einem den Atem, wie schön und harmonisch damals gestaltet wurde, mit Liebe zum Detail und großer Handwerkskunst.  Das Haus scheint der Zeit und dem Leerstand zu trotzen und viele, die über den Markt kommen, machen  sich Gedanken und sagen sich … eigentlich schade, aber man kann ja wohl nichts daran ändern!

Jetzt besteht die Möglichkeit es zu ändern!

Der Bürgermeister hat unlängst dargestellt, dass das Haus nach langen Rechts- und Erbauseinandersetzungen nun im Rahmen einer  Insolvenzverwaltung zum Kauf stehen solle. Der Bürgermeister stellte in Aussicht, dass mit Fördergeldern für den Umbau oder die Sanierung  zu rechnen sei, denn Schönberg ist in die Förderung aus dem Bereich „aktive Stadt-und Ortsteilzentren“ für die nächsten Jahre einbezogen worden. Dieses Programm passt „wie die Faust aufs Auge“ für den Erhalt und  die Umgestaltung des Stadt Kiel. Bürgermeister Peter A. Kokocinski  schlug dem Planungsausschuss der Gemeinde vor, das Haus für die Schönberger zu erhalten und es zu kaufen und ein Zeitfenster zu nutzen, in dem das möglich sei. Der Probsteier Herold hat darüber berichtet.

Der Kulturverein hat es sich zum Ziel gesetzt, historisch wertvolles Kulturerbe in der Probstei zu fördern und zu erhalten. Der Verein besteht  seit September 2018 und will  mit jetzt über 80 Mitgliedern das kulturelle Leben in Schönberg und der Probstei durch die Schaffung eines Netzwerkes und durch  kulturelle Veranstaltungen fördern.

Wir haben uns andere Kultur- und Bürgerzentren angesehen und ein Konzept vorgestellt, wie eine Nutzung des Hotel „Stadt Kiel“ als Kultur-und Bürgerhaus für alle erhalten und betrieben werden kann. Wir möchten die Diskussion anregen in der Öffentlichkeit, in den Vereinen und bei allen interessierten Bürgern an diesen Ideen und Konzepten mitzuwirken. Das Haus ist so vielseitig nutzbar und es fehlen in Schönberg genau diese Möglichkeiten und Räumlichkeiten, wie eine Arbeitsgruppe aus Kommunalpolitikern und Kulturinteressierten bereits 2018 festgestellt hatte.

Unsere Gemeindevertreter haben schon Weitsicht bewiesen und das Haus 2013 weitgehend unter Denkmalschutz stellen lassen. Jetzt kommt es darauf an, schnell und zukunftsorientiert Gelder für den möglichen Kauf  in den Haushalt einzustellen, um das Gebäude für Schönberg zu sichern. Die Fördermöglichkeiten sind groß und es ist eine zuerst grundsätzlich politische Entscheidung, ob man das Kulturerbe  von Schönberg schützen will oder nicht. Die finanziellen Belange des Ausbaus, Umbaus und die Wirtschaftlichkeit lassen sich mit einer zielorientierten Planung und einer ausgereiften Konzeption gestalten, wie gelungene Beispiele aus Trittau oder Bordesholm oder Kiel zeigen, in denen historische Gebäude mit neuem Leben für die Bevölkerung erfüllt wurden und  wirtschaftlich betrieben werden. Wir stellen uns ein Haus für alle vor, in dem sowohl Musik, Kunst, Theater, Literatur als auch Bürgertreff,  Vorträge, Seminare, Spiele, VHS, Beratung, Sport und  private Feste einen Platz haben können.

Unser Dornröschen am Markt wird nicht von einem Prinzen wachgeküsst werden, aber wir alle in unseren Möglichkeiten können dazu beitragen, dieses Haus für uns nicht nur zu erhalten, sondern es für die Zukunft fit zu machen und zum Nutzen für alle Bürger, Vereine, Gastronomie, Gewerbe, Gäste und Touristen mit Leben zu erfüllen. Der Kulturverein wird sein Konzept und Vorschläge dazu auf seiner Homepage veröffentlichen und lädt alle Bürger, Kirchengemeinden, Vereine und Gewerbetreibenden ein, mitzuarbeiten, Ideen einzubringen und zu helfen.

Überzeugen wir zusammen unsere gewählten Gemeindevertreter hier  zuzustimmen und über parteipolitische Grenzen hinweg gemeinsam unser kulturhistorisches Erbe  am  Marktplatz zu erhalten und ihm eine Zukunft zu geben. Die Zeit drängt!

Marlen Haase                                                               
für den Vorstand Kulturverein Probstei e. V.

Link zum Konzept und weiteren Informationen