“Schubert in Schönberg”

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Die beiden Berliner Pianisten Hartmut Leistritz (links) und Clemens Wiencke  präsentieren einen Klavierabend mit vierhändiger Klaviermusik von Franz Schubert (1797 – 1828) im Hotel “Am Rathaus”.

Am Freitag, dem 15.11.2019 lud der Kulturverein Probstei e.V. zur ersten vom Verein organisierten Veranstaltung mit „klassischer Musik“ ein. Während bis vor einigen Jahren immer wieder Klassik-Veranstaltungen im kleinen Saal der „Alten Apotheke“ stattfanden, war es in den letzten Jahren um dieses Genre in Schönberg still geworden. Das möchte der Kulturverein nun ändern. Die Auftaktveranstaltung fand vor über 50 Zuhörerinnen und Zuhörern im großen Saal des Hotels am Rathaus auf dem dort stehenden historischen Bechstein-Konzertflügel statt.

Die beiden Berliner Pianisten Hartmut Leistritz und Clemens Wiencke präsentierten einen Klavierabend mit 4-händiger Klaviermusik von Franz Schubert (1797 – 1828). Beide Pianisten sind auch Musikhochschul-Dozenten an der Musikhochschule in Lübeck und treten als Lübecker Klavier-Duo und in anderen Formationen deutschlandweit und international auf.

Schubert war ein extrem produktiver Komponist, der in seinen 31 Lebensjahren ca. 1000 Werke komponierte. Viele der 4-händigen Klavierwerke entstanden 1818 und 1824 in den Sommermonaten auf dem Schloss des Grafen Esterházy in der heutigen ungarisch-slowakischen Grenzregion, wo er in dieser Zeit als Klavierlehrer für die Comtessen Caroline und Maria tätig war. Manche dieser Werke entstanden als Lehrwerke für seine offensichtlich sehr begabten Schülerinnen, denn es handelt sich um Werke mit pianistisch-virtuosem Anspruch bei gleichzeitiger emotionaler Tiefe und eingängiger Ästhetik.

Diese Anforderungen bewältigten die beiden Pianisten mühelos. Sie brachten die Grande Sonate B.Dur, D 617, die Variationen As-Dur, D 813 und das Divertissement à la hungroise, D 818, zu Gehör. Leistritz und Wiencke  schufen mit hoher Virtuosität und Präzision, sowie mitreißender  Spielfreude ein anrührendes und faszinierendes Klangerlebnis, bei dem der Flügel mit seinem warmen Ton, seinem Volumen und seiner Brillianz in der ganzen Breite gefordert war. Das Publikum dankte es mit langanhaltendem Applaus. Mehrere Zugaben, der Militärmarsch Nr. 1 und 4 Ländler rundeten den Abend ab.